http://neckarwestheim.antiatom.net/

Kein Versorgungsproblem beim sofortigen Atomausstieg

 

Energiewende Ba-Wü.: Sofortprogramm Windenergie!

Die Energiekonzerne und ihnen hörige Politiker behaupten, dass die Atomkraftwerke zur Stromversorgung notwendig wären. Diese Behauptung dient nur den Gewinninteressen der Atomkraftwerksbetreiber EnBW, RWE, EON und Vattenfall. Damit soll der unverantwortliche Betrieb der AKWs begründet werden. Zum Thema Stromlücke hat das Ökoinstitut 2008 folgende Bestandsaufnahme zusammengestellt:

 

  • In der Bundesrepublik sind insgesamt für eine Höchstlast 132,7 Gigawatt Leistung installiert. Zieht man nicht immer zur Verfügung stehende  Kapazitäten ab, kommt man auf 90,5 Gigawatt
  • Als maximalen Stromverbrauch gab es in 2008 eine Last von 76,8 Gigawatt

Das heißt, von einer Stromlücke kann überhaupt keine Rede sein. Seit 2008 haben die Erneuerbaren weiter zugelegt, es werden seit 2008 noch jährlich weitere 6500 Gigawatt regenerativer Strom produziert. Deshalb gibt es weder beim jetzigen Abschalten der 8 Atomkraftwerke, noch beim Stilllegen aller 17 Atomkraftwerke in Deutschland ein Versorgungsproblem mit Strom. Seit Jahren schon ist ein hoher Strom-Exportüberschuss die Realität. Es muss auch beim sofortigen Atomausstieg kein Strom aus dem Ausland importiert werden. Die vorhandene Leistung reicht auch aus, die Verbrauchsspitzen abzudecken. Durch die Erneuerbaren auf dezentraler, lokaler Ebene mit Windrädern in Bürgerhand, mit Stadtwerken, die auch wieder die Stromversorgung in eigener Regie machen, geht den vier Energie-Monopolisten ihr bisheriger Einfluss verloren. Nur so kann die Energiewende weiter durchgesetzt werden.

  • Tabelle "Entwicklung der regenerativen Stromerzeugung" (zum Vergrößern anklicken)

 

Energiewende Baden-Württemberg:
Sofortprogramm Windenergie

Das Land der Tüftler und Macher hat viele Fotovoltaikanlagen auf den Dächern und ist hier bundesweit mit an der Spitze. Dies konnten die bisherigen schwarz/gelben Landesregierungen auch nicht verhindern. Bei der Windenergie ist es das Gegenteil: Hier ist Baden-Württemberg das bundesweite Schlusslicht und hat die Rote Laterne. Nur 0,9% des verbrauchten Stromes kommen von der Windenergie. In anderen Bundesländern wurden 2010 neue Rekordmarken bei der Stromerzeugung mit Windenergie gesetzt: Sachsen-Anhalt mit 52,5%, in Mecklenburg-Vorpommern mit 45,4%, in Schleswig-Holstein mit 44,1%, in Brandenburg mit 42,8%, im Industrieland Niedersachsen mit 25,2%. Selbst das Nachbarland Rheinland-Pfalz hat einen Windenergieanteil von 8,6%.

In Baden-Württemberg (und Bayern) kann sofort ohne Bau von weiteren Stromtrassen die Energiewende durchgeführt werden. Das höchste Potential hat die Fotovoltaik, die Biomasse und vor allen Dingen die Windenergie.

Wir fordern von der rot/grünen Landesregierung ein
Sofortprogramm mit 1000 neuen Windrädern.  
Energiewende jetzt – Atomausstieg sofort!

 


Die Lösung liegt in Hessen, Bayern und Baden-WürttembergDruckenE-Mail

Atomstrom ist überflüssig

(IPPNW-Presseinformation vom 23.3.2011) Nach Auffassung der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW liegt der Schlüssel für den Atomausstieg in einer Korrektur der Energiepolitik insbesondere in den Bundesländern Hessen, Bayern und Baden-Württemberg. Dazu IPPNW-Energieexperte Henrik Paulitz. In diesen drei Bundesländern stehen mit zehn Blöcken die meisten Atommeiler. Nur für zwei Anlagen gab es das vage Versprechen einer endgültigen Stilllegung. Nicht ausgeschlossen, dass nach den bevorstehenden Wahlen und wenn sich die Aufregung mit Japan gelegt hat, alle Blöcke weiterbetrieben werden.


Die Politiker dieser drei Bundesländer verweisen gerne auf hypothetische Solarstromimporte aus fernen Ländern, statt die Bürgerinnen und Bürger sowie die eigenen Stadtwerke offensiv beim Ausbau der Solarenergie und beim Bau dezentraler Stromspeicher zu unterstützen. Sinn macht allein der weitere dezentrale Ausbau der Solarenergie.

Hinzu kommt: Wie nirgendwo sonst wird in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg die Windenergie politisch blockiert und bekämpft. Als Heilsbringer und zur Absicherung der Marktmacht der Konzerne setzt man stattdessen auf Offshore-Windstrom und auf neue umstrittene Verbundstromtrassen. Dabei geht es bis 2020 gerade mal um eine Offshore-Kapazität von wenigen tausend Megawatt (MW). Ungleich bedeutsamer ist die Windenergienutzung an Land. Die installierte Leistung betrug Ende 2010 bereits rund 27.700 MW. Ende 2011 sollen es 29.600 MW sein. Bis 2020 werden mehr als 60.000 MW als realistisch erachtet. Und fallen endlich die Genehmigungsblockaden in Süddeutschland, dann kann die Windenergie bis 2020 noch weitaus mehr zulegen.

Nach Vorstellung der baden-württembergischen Landesregierung aber sollen im Jahr 2020 noch immer Atomkraftwerke 50% des Stroms liefern und 30% die konventionellen Kraftwerke. Nur 20% sollen aus erneuerbaren Quellen kommen, überwiegend aus den großen Wasserkraftwerken der EnBW. Das ist skandalös vor dem Hintergrund, dass laut Prognose die Erneuerbaren im Bundesschnitt bis 2020 rund 50% des Stroms beisteuern werden. Bis spätestens 2030 können es 100% sein.

Das eigentliche Ziel dieser Energiepolitik besteht schlichtweg darin, dass die EnBW auch weiterhin das lukrative Geschäft in der Hand behält, bei dem Strom zu extrem überhöhten Preisen an die Bevölkerung verkauft wird. Reale Kostensenkungen durch die Einspeisung riesiger Solarstrom-Mengen zur Mittagszeit und der Verdrängung von teurem Spitzenlaststrom geben die Stromkonzerne nicht an die Stromkunden weiter, obwohl sie dazu rechtlich verpflichtet sind. Das alles mit Billigung der Politik, die allzu eng mit den Atomkonzernen verwoben ist.

Dies alles bedarf nun nach der Atomkatastrophe von Fukushima der deutlichen Korrektur. Das ganze System der Begünstigung weniger Großkonzerne durch die Politik muss ein Ende haben.

Auf den Strom aus den Atomkraftwerken können wir getrost verzichten. Deutschland ist seit Jahren Stromexporteur, obwohl die Atommeiler wegen Pannen und regulären Wartungsarbeiten wochen-, monate- und teilweise auch jahrelang keinen Strom liefern und so ihre fehlende Grundlastfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis stellten.

Es gibt im deutschen Kraftwerkspark gigantische Überkapazitäten. Der Atomstrom ist schlichtweg überflüssig. Selbst dann, wenn von den Stromkunden zur Mittagszeit mal 80 Gigawatt angefordert werden. Die endgültige und umfassende Stilllegung ist nun das Gebot der Stunde. Um dann auch zügig von den konventionellen Kraftwerken wegzukommen, kommt es jetzt entscheidend darauf an, dass auch in Süddeutschland die dezentralen erneuerbaren Energien einschließlich der Windenergie nicht länger blockiert, sondern gefördert werden.

http://www.ippnw.de/startseite/artikel/4d2d21a7cd/die-loesung-liegt-in-hessen-bayern.html






Atomstrom ist überflüssig

IPPNW regt "Nationales Aktionsprogramm Dezentrale Energiewende" an

17.03.2011 Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW weist darauf hin, dass der Strom aus den 17 deutschen Atomkraftwerken für die Deckung des Strombedarfs in Deutschland nicht benötigt wird. Die Atomkritiker fordern vor diesem Hintergrund, aus Sicherheitsgründen den endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie zu vollziehen.

Der maximale Stromverbrauch in Deutschland liegt bei etwa 80 Gigawatt, meist liegt er deutlich darunter. Vorhandene konventionelle Kraftwerke haben eine Kapazität von gut 70 Gigawatt, Wasserkraftwerke steuern mehr als 10 Gigawatt bei. Allein die konventionellen Kraftwerke in Verbindung mit Wasserkraftwerken können also selbst zu Spitzenlastzeiten Deutschlands Strombedarf vollständig decken. Kein Licht geht nach dem endgültigen Herunterfahren der 17 deutschen Atommeiler aus. Sie sind schlichtweg überflüssig.

Der maximale Strombedarf besteht werktags zur Mittagszeit, günstiger weise also dann, wenn die Solarstromanlagen auf Deutschlands Gebäudedächern besonders viel Strom produzieren. Vor zwei Tagen, am 15. März, speisten die bisher installierten Photovoltaikanlagen Deutschlands mittags rund 8 Gigawatt ins Stromnetz ein. Hinzu kam an diesem Tag Windstrom mit bis zu 10 Gigawatt sowie Strom aus Biogas-Anlagen. In den vergangenen Wochen lieferte die Windenergie teilweise 15 bis 22 GW Strom.

Der konventionelle Kraftwerkspark müsste also selbst nach Stilllegung aller deutschen Atomkraftwerke nur teilweise beansprucht werden. Und wenn die Politik den Ausbau der erneuerbaren Energien "in Bürgerhand" in Verbindung mit dezentralen Stromspeichern jetzt systematisch fördert und beschleunigt, dann wird sehr zügig ein konventionelles Kraftwerk nach dem anderen ersetzt.

Die IPPNW fordert die Politiker aller Parteien auf, in der aktuellen Lage keine weiteren energiepolitischen Fehlentscheidungen zu treffen. Hierzu zählt der erneut angekündigte Ausbau neuer Strom-Verbundtrassen, der mit den erneuerbaren Energien begründet wird, tatsächlich aber allein der Absicherung der Marktmacht der großen Energiekonzerne dienen soll. Nach Auffassung der IPPNW ist es auch erforderlich, sich von der einseitigen Fokussierung auf Offshore-Windparks sowie vom Heilsversprechen einer Wüstenstromproduktion zu verabschieden.

Anstelle von erneuten Geheim-Deals mit den großen Energiekonzernen fordert die IPPNW ein "Nationales Sofortprogramm Dezentrale Energiewende", um neben den Atomkraftwerken auch die Stromproduktion aus konventionellen Großkraftwerken zeitnah überflüssig zu machen.

Hierzu sollten u.a. die folgenden sieben Sofortmaßnahmen ergriffen bzw. geprüft werden:

1. Aufhebung der politisch motivierten Genehmigungsblockaden bei der Windenergie. Errichtung von Windenergieanlagen in der Nähe der Stromverbraucher, um überflüssigen Stromleitungsbau zu vermeiden.

2. Vernünftige Anpassung der Einspeisevergütung für die Photovoltaik zur Beschleunigung ihres Ausbaus, nicht zuletzt auch um teuren konventionellen Spitzenlaststrom in den Mittagsstunden zu verdrängen. An der vorrangigen Einspeisung von dezentralem Solar- und Windstrom darf nicht, wie von der Bundesregierung geplant, gerüttelt werden.

3. Gesetzliche Anreize zum massiven Ausbau dezentraler Strom- und Wärmespeicher bei den Endverbrauchern, um die Grundlastfähigkeit der Erneuerbaren Energien zügig zu erhöhen.

4. Gesetzliche Aufhebung der Konzessionsverträge zwischen Kommunen und Energiekonzernen, um Kommunen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, mit Hilfe einer 100%igen kommunalen erneuerbaren Energieversorgung nicht zuletzt auch die Kommunalfinanzen zu sanieren.

5. Auf regionaler bzw. kommunaler Ebene die Verabschiedung von 100%-Konzepten für erneuerbare Energien.

6. Schrittweise Aufhebung der Möglichkeit, zu Lasten der Haushaltskunden großen Industriebetrieben den Strom zu Dumpingpreisen zu liefern, um endlich die gewaltigen Stromsparpotentiale in der Wirtschaft zu erschließen.

7. Kampagnen in den Massenmedien mit dem Ziel, durch schnell greifende Energiesparmaßnahmen in den Haushalten weitere Großkraftwerke wegzusparen.

http://www.ippnw.de/startseite/artikel/08bae8e6b0/atomstrom-ist-ueberfluessig.html