Solarenergie: Hermann Scheers Vermächtnis

Nachricht vom 16.12.2010

„Größer als die Beatels, schneller als der Rest“ schreibt die Tageszeitung über Hermann Scheer, den „Hero oft he Century“, den Solarpapst, den Sonnengott. So wie er widmete kaum einer sein Leben den erneuerbaren Energien. Sein letztes Buch, „Der energetische Imperativ“ gibt eine genaue Anleitung zur Energie-Revolution.


„Der energetische Imperativ“


Das letze Werk des renommierten SPD-Politikers erschien erst wenige Tage vor seinem plötzlichen Tod. Seine Forderung:  Eine massive Beschleunigung des Energiewandels hin zu erneuerbaren Energien. „100 Prozent jetzt: Wie der vollständige Wechsel zu erneuerbaren Energien zu realisieren ist“  Hermann Scheer forderte also nicht nur, er beschäftigte sich ebenso mit Lösungsansätzen und fertigte ausgereifte Analysen an. „Der wichtigste Beschleunigungsfaktor ist, jegliche willkürliche Verhinderungspolitik gegen erneuerbare Energien bei Standortgenehmigungen auszuschließen“.

Hermann Scheer rechnet in „Der energetische Imperativ“ mit der schwarzgelben Regierung und mit der Atomlobby ab. Er zeigt aber auch konkrete Möglichkeiten zur reinen, grünen Energieversorgung. Nach seinen Vorstellungen sollte dies aber nicht irgendwann in der Zukunft passieren, sondern schon in ein paar Jahren – mit Hilfe von Solarenergie.

Unterschätztes Potential


Zu Beginn seines Buches macht Scheer eine systematische Bestandsaufnahme der deutschen Gesellschaft und deren Energieversorgung. Dabei steht natürlich auch die Atomindustrie auf dem Programm: „Wäre (…) vor einem halben Jahrhundert mit der selben Intensität auf erneuerbare nergien gesetzt worden, hätten wir wahrscheinlich heute kein die Weltzivilisation bedrohendes Klimaproblem (…) – und keinen Atommüll, von dem wir nicht wissen, wo, wann und wie wir ihn dauerhaft und sicher lagern sollen und welche Probleme und Kosten er für undenkbar lange Zeiträume hinterlässt“. Er kritisiert vor allem die Einstellung der Regierung und die Ausreden, mit denen die erneuerbaren Energien schlechtgeredet wurden: „Das Schicksalsspiel mit der Erde wird fortgesetzt, immer mit der Rechtfertigung, dass das Potential erneuerbarer Energien >>derzeit<< nicht ausreichend sei“.

Zum Vergleich: Vor 30 Jahren hielten Befürworter einen Anteil von erneuerbaren Energien über 5 Prozent für unmöglich. Doch die Entwicklingen zeigten, dass die Erneuerbare Kraft alle Erwartungen übertreffen kann.

In seinem Buch steht außerdem Wissenswertes über die Aufschubstrategien der Bundesregierung, wie der „Brückentechnologie“, CO2-Endlager und darüber, dass nicht die erneuerbaren Energien knapp sind, sondern die Zeit, um diese aufzubauen.
"Es ist die historische Verantwortung der jetzt aktiven Generation, diesen Energiewechsel schon für die nächste Generation zu vollziehen. Es gibt keine Ausreden mehr. Alle Schwierigkeiten auf diesem Weg sind leichter zu bewältigen als die Folgen des Weitermachens." Herrmann Scheer