Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V.

vom 12.12.2007, aktualisiert am 08.04.2011, Wolf von Fabeck:
Potential der Solarenergie auf Gebäuden (Grobabschätzung) - 1/3 des derzeitigen Stromverbrauchs in Deutschland

Da Bodenflächen in Deutschland knapp sind, plädiert der SFV für die Nutzung der Solarenergie vorrangig auf und an Bauwerken. Das gilt sowohl für die solarthermischen Anlagen, die nur in Gebäudenähe einsetzbar sind, als auch für die Solarstromerzeugung mit Photovoltaik. Zur Abschätzung der Potentiale brauchen wir die Dach- und Fassadenflächen aller Gebäude in Deutschland. Die sind jedoch beim statistischen Bundesamt nicht verfügbar. Bekannt sind nur die Flächen der (so wörtlich) „Gebäude und Freiflächen“ (23.938 qkm). Die „Freiflächen“ in diesem Begriff sind keine Acker- oder Wiesenflächen sondern Gärten, Höfe, private Parkplätze und alles, was flächenmäßig zu einem Baugrundstück dazugehört. Ein großer Teil dieser „Gebäude und Freiflächen“ ist mit Gebäuden bestanden. Die Dachflächen sind zumeist geneigt und deswegen größer als die Grundflächen, aber sie sind in unterschiedliche Himmelsrichtungen ausgerichtet. Wegen der besseren Erträge nutzt man derzeit hauptsächlich Dächer zwischen Süden, Südosten und Südwesten. Bei weiterer Preissenkung der (photovoltaischen) Solarmodule wird man aber auch Dächer und Fassaden in ost- westlicher Ausrichtung und schließlich auch in nördlichen Richtungen nutzen; besonders dann, wenn es standardisierte Dach und Fassadenelemente zum Schutz gegen die Witterung und mit photovoltaisch aktiver Beschichtung gibt, bei denen der Mehrpreis für die Beschichtung kaum noch ins Gewicht fällt. Eine Abschätzung der erreichbaren Erträge hängt somit von einer Fülle an Annahmen ab.

Wir lösen diese Abschätzungsaufgabe, indem wir die tatsächlichen Oberflächen der Gebäude gedanklich durch gedachte „wirksame Flächen“ ersetzen, die ideal nach Süden ausgerichtet sind. Ein Norddach von 100 qm ersetzen wir z.B. durch eine wirksame Fläche von nur 10 qm. Sodann rechnen wir mit den „wirksamen Flächen“ weiter. Diese Aufgabe führen wir allerdings nicht im Detail für alle Gebäude durch, sondern schätzen grob, dass eine wirksame Fläche von 3 % der Gebäude und Freiflächen für die Solarthermie und eine wirksame Fläche von 9% der „Gebäude und Freiflächen“ sowie Fassaden im Umfang von weiteren 200 qkm für die Stromgewinnung zur Verfügung stehen.

Mit einem Ertrag von 100 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr bei der Photovoltaik kommt man auf einen Energiebetrag von ca. 217 TWh alleine von Gebäude-Solaranlagen (etwa ein Drittel des derzeitigen Strombedarfs).

Hinzu kommen die Erträge von Lärmschutzwänden und der bereits errichteten Freiflächenanlagen.
Schließlich könnte man sogar Überdachungen von Verkehrswegen hinzunehmen.

Erst wenn abzusehen ist, dass die bereits versiegelten Flächen knapp werden (das ist jedoch noch lange nicht der Fall), sollte man auf Freiflächenanlagen ausweichen. Dort bestehen dann noch nahezu unbegrenzte Reseven. Dabei wären dann diejenigen Flächen zu bevorzugen, die ökologisch den geringsten Wert haben (Konversionsflächen).

Die gewünschte Entwicklung braucht gezielte Vergütungsanreize

Der SFV fordert zur praktischen Umsetzung dieser Politik dringend eine Rücknahme der außerplanmäßigen Vergütungsabsenkungen der Jahre 2009 bis 2011.
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Potenzialanalysen fürErneuerbare Energien

DasForschungsprojekt ERNEUERBAR KOMM! der Fachhochschule Frankfurt am Main erbringtden Nachweis: Für viele Gemeinden ist es möglich, den gesamten Strom, den dieEinwohner verbrauchen, aus Erneuerbaren Energien zu gewinnen. Bericht vonMartina Klärle

Allein dieErträge aus Solar- und Windkraftanlagen reichen aus, um den privaten Stromverbrauchzu decken. Dazu müssten nur 10 Prozent der vorhandenen Dachflächen und 5Prozent der geeigneten Freiflächen mit Solarmodulen bestückt sowie die Hälfteder geeigneten Standorte für Windkraftanlagen genutzt werden.Nach dem 2008abgeschlossenen Forschungsprojekt SUN-AREA, welches dem Potenzial derDachflächen zur Erzeugung von Solarstrom gewidmet war, hat das Team um FrauProf. Dr. Klärle mit ERNEUERBAR KOMM! eine Methode entwickelt, welche esermöglicht, schnell, effizient und exakt das Potenzial aller ErneuerbarenEnergieformen zu berechnen. Die Berechnung erfolgt vollautomatisch für jedeeinzelne Gemeinde oder jeden Landkreis und stützt sich auf bereitsflächendeckend vorhandene Geobasisdaten (GIS).

 MitHilfe dieser Daten wird ermittelt, wie viel Fläche innerhalb einer Gemeindesich für die Erzeugung von Strom aus Solarenergie, Windenergie, Biomasse undWasserkraft eignet, wie viel Strom daraus erzeugt und wie viel Prozent desStrombedarfs der privaten Haushalte dadurch gedeckt werden kann.Ein eigensentwickelter Online-Rechner erlaubt es Bürgermeistern, Gemeinderatsmitgliedernund Bürgern, sich über das Potenzial ihrer Gemeinde zu informieren undspielerisch zu erfahren, mit welchem Energie-Mix das Ziel 100% Erneuerbare zuerreichen wäre.

 Anlässlichder Abschlussveranstaltung des Forschungsprojektes Ende März 2011 wurde ein16-seitiger praxisorientierter Leitfaden für Kommunen und Landkreisevorgestellt. Der Online-Rechner, der zunächst für alle 75 Mitgliedsgemeindendes Pilotgebietes Regionalverband FrankfurtRheinMain umgesetzt wurde, wurdefreigeschaltet und ist seitdem für alle Internetnutzer zugänglich unter ErneuerbarKomm.de.

 Hiereinige Resultate:

  • Bei entsprechend hoher Flächenmobilisierung könnten über 80% der Gemeinden im Pilotgebiet den Strombedarf ihrer privaten Haushalte aus Erneuerbaren Energien, die auf der Fläche ihrer Gemeinde erzeugt werden, decken. An der Spitze steht die dünn besiedelte Gemeinde Weilrod im Nordwesten der Region Frankfurt/Rhein-Main: Sie könnte auf ihrer Fläche 27 mal so viel Strom erzeugen wie ihre Bewohner verbrauchen.
  • Würde man alle geeigneten Dächer einer Gemeinde – das entspricht ca. 20 Prozent der gesamten Dächer – für die Stromerzeugung mobilisieren, könnten 11 der 75 Gemeinden des Pilotgebiets ihren Strombedarf allein dadurch decken.
  • Durch die Nutzung von 10 Prozent der für Solarenergie geeigneten Freiflächen könnten 32 der 75 Gemeinden ihren privaten Strombedarf decken.
  • Würden die 28 Gemeinden, die ein großes Potenzial für Windkraft haben, dieses auch nutzen, könnten sie zwischen 107 und 1.850 Prozent (!) ihres privaten Strombedarfs aus eigener Produktion decken.

Das Ergebniszeigt eindringlich: 100% Erneuerbare sind machbar, wenn dichtbesiedelte Städteund ihr Umland zusammenarbeiten. Kommunen, Landkreise und Regionen können einewesentliche Rolle als Träger der Energiewende spielen. ERNEUERBAR KOMM! gibtihnen ein Werkzeug in die Hand, das sie auf diesem Weg unterstützen soll.

Quelle:

Prof. Dr. Martina Klärle 2011   Fachhochschule Frankfurt am Main 2011





aktueller Beitrag:

Drei Schwerpunkte für dieEnergiewende - Diskussionsentwurf

Solarenergie

  • kann und muss schneller wachsen, auch kleine Hausdachanlagen

 Windenergie

  • muss vor allem im Binnenland ausgebaut und dazu von bürokratischen Fesseln befreit werden

 Dezentrale Strom-Speicher

  • sollen schnelleres Solarwachstum ermöglichen und den Leitungsbau reduzieren

 

 

mehr unter: Solarenergie-FördervereinDeutschland www.sfv.de - zentrale@sfv.de

  • Kein Atomstrom, keine fossilen Energien! Wir setzen auf katastrophensichere dezentrale Lösungen

UnsereLösungsvorschläge erarbeiten wir ohne Rücksicht auf Partikularinteressen.Kompromisse überlassen wir der Politik.


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"Fakten. Die wichtigsten Daten zu den Erneuerbaren Energien. Schnell und kompakt.

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